Geheiminterview mit Chefpersonalerin


Mein Geheimwissen:
Unbekannte Erfolgsrezepte fürs Vorstellungsgespräch

Das Geheim-Interview: Auszug aus der Geheimakte Vorstellungsgespräch

 „Absolute Ehrlichkeit wäre dumm!“Christa Klärmann (58, Name geändert) - seit 31 Jahren Personalchefin

Was passiert hinter den Kulissen eines Vorstellungsgespräches? Wie ticken Personaler, welche Tricks setzen sie in Bewerbungsgesprächen ein? Und womit können Sie als Bewerber am besten überzeugen? Christa Klärmann (58, Name geändert) ist seit 31 Jahren Personalchefin und kennt alle Tricks. In diesem Interview mit Martin Wehrle – hier in Auszügen – gibt sie exklusive Antworten.

 

Frau Klärmann, wir sitzen gerade im verstecktesten Winkel eines Cafés, ziemlich konspirativ. Warum geben Sie dieses Interview nicht unter Ihrem realen Namen?

Christa Klärmann: Mein Arbeitgeber würde sich bedanken! Eigentlich werde ich bezahlt, um genau dieses Wissen für mich zu behalten.

 

Warum sprechen Sie dennoch mit mir?

Weil ich Ihre Bücher mag und es fair finde, den Bewerbern zu sagen, was wirklich Sache ist. Viele laufen ja ins offene Messer, weil sie die Spielregeln nicht kennen. Ich arbeite jetzt seit 21 Jahren in einem Konzern, davor war ich zehn Jahre im Mittelstand. Überall habe ich erlebt, dass Bewerber über die eigenen Füße stolpern.

 

Was muss ein Bewerber tun, um im Vorstellungsgespräch sofort bei Ihnen durchzufallen?

Eine halbe Stunde zu früh auf der Matte stehen! Sie glauben ja nicht, wie viele Bewerber viel zu früh auftauchen. Sie denken, dass sie positiv auffallen. Aber sie bringen die Pläne durcheinander. Die Gespräche sind so getaktet, dass die Bewerber sich nicht begegnen sollen.

 

Ein Bewerber, der für 15 Uhr eingeladen ist, sollte erst mit dem Glockenschlag auftauchen?

Nein, das wäre auch falsch – denn es braucht etwas Zeit, um vom Empfang ins Gespräch durchgereicht zu werden. Fünf Minuten sind ideal. Mein Tipp: eine halbe Stunde früher ankommen, dann vor dem richtigen Gebäude warten und erst sechs, sieben Minuten vor dem Gespräch am Empfang melden.

 

Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance: Wodurch kann ein Bewerber schon bei der Begrüßung punkten?

Ich mag es, wenn Menschen höflich sind. Man glaubt es nicht, aber nur wenige Bewerber bedanken sich für die Einladung. Neulich hat einer zu mir gesagt: „Bestimmt haben Sie einen Riesenstapel Bewerbungen bekommen. Ich freue mich richtig, dass Sie mich ausgesucht und eingeladen haben. Vielen Dank dafür, das weiß ich zu schätzen.“ Ich habe gemerkt: Er hat es wirklich so gemeint. Das hat mich beeindruckt. Der hatte soziale Kompetenz.

 

Verraten die Bewerber im ersten Moment auch etwas über sich, ohne es zu wollen?

Klar, das geht los mit der Kleidung: Trägt er das, was seine Position an Tagen mit repräsentativen Aufgaben erfordern würde? Oder kommt er in Alltagskleidung daher? Wer bei wichtigen Jobterminen Anzug oder Kostüm tragen müsste, darf jetzt keinen Deut schlechter gekleidet sein. Im Zweifel eher zu gute als zu schlechte Kleidung wählen.

 

Und worauf achten Sie bei den Umgangsformen?

Zum Beispiel: Schaut mir eine Bewerberin in die Augen, ist sie freundlich und zugewandt? Oder wirkt sie abweisend? Und schüttelt sie zuerst die richtige Hand – oder die falsche? Meist bin ich zusammen mit einem männlichen Kollegen im Raum; dann gehört es sich, erst mich als Frau zu begrüßen. Und manche Bewerber schaffen es sogar, schon im Smalltalk positiv aufzufallen.

 

Geben Sie mal ein Beispiel.

Eine Ingenieurin sagte neulich: „Als ich Ihr Produktionsgebäude sah, das mit dem Schornstein dort drüben, musste ich sofort an meine Zeit bei Siemens denken. Dort sah es ganz ähnlich aus. Das ist witzig, denn auch in Ihrer Ausschreibung gab es etliche Parallelen zu meiner Aufgabe bei Siemens – zum Beispiel die Arbeit mit einem französischen Zulieferer.“ Das brachte sie ganz freundlich und natürlich rüber. Und doch blieb bei mir hängen: Schau an, sie hat schon Erfahrung mit Frankreich – und kann sich prima verkaufen. Jedenfalls war dieser Einstieg interessanter für uns als die übliche Schallplatte: „Die Anreise war prima (…).“

Gesamtes Interview lesen?

Dieser Text ist nur ein kurzer Auszug. Das komplette zehnseitige Original-Interview mit vielen Spezial-Tipps und einer großen Portion Geheimwissen können Sie nachlesen in meinem exklusiven Premium-E-Book: Geheimakte Vorstellungsgespräch

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